Das Interview
Der Kunde schrieb die Geschichte. Wir machten daraus Kino.
Wer ist der Kunde?
arc42 — das Dokumentations-Template für Softwarearchitektur, im Einsatz von Aerospace über Medizin und E-Commerce bis Telekom, Finanzen, Logistik und Verwaltung. 2025 wurde es zwanzig. Wir kannten uns seit 2023: eine Fotosession für das arc42-Buch, dann die Begleitung eines öffentlichen Vortrags — daher das Vertrauen. Als das Jubiläum näher kam, hatte Gernot Starke unsere AI-Filme auf Instagram verfolgt und fragte nach etwas, das die Community noch nie hatte: einem Markenfilm.
Wie lautete das Briefing?
Ein kurzer Promo-Film aus realem und künstlichem Material, um eine Idee herum — Ordnung ins Chaos bringen, denn genau das leistet arc42 in Softwareprojekten. Fünfzehn bis dreissig Sekunden, positive Musik, gedacht für Vorträge, die arc42-Website und LinkedIn. Der Kunde kam mit einem fertigen Skript: ein frustriertes Team, ein Magier, ein Schrank mit zwölf Fächern, ein gutes Ende.
Was habt ihr behalten?
Das Skript — vollständig. Gernot und das arc42-Team hatten die Geschichte bereits gebaut, und sie war gut. Regie ist nicht Umschreiben: das Team im Chaos, der Magier, die zwölf Fächer und die Erleichterung am Ende gehören ihnen. Unsere Aufgabe war, diese Geschichte wie Kino wirken zu lassen.
Was habt ihr verändert?
Die Temperatur. Das Original lehnte ins Dunkle, Dramatische; wir machten eine warme Dramedy daraus. Aus einem kalten High-Tech-Büro wurde ein Backstein-Loft mit weichem Licht. Aus einem futuristischen Cyber-Magier wurde — nach vielen Tests — ein klassischer Magier im Tolkien-Geist: runde Brille, spitzer ARC-42-Hut, feine Schaltkreis-Muster in der Robe. Und die Besetzung landete bei drei Figuren: je mehr AI-generierte Menschen ein Bild teilen, desto schwerer bleiben Gesichter, Anatomie und Bewegung konsistent.
Die schwierigste Szene?
Die Magie. Generative Modelle können Menschen am Schreibtisch — Dutzende Objekte, die abheben, in einem Wirbel kreisen und in genau zwölf Fächern landen, können sie deutlich schlechter. Manche Fünf-Sekunden-Einstellung brauchte bis zu zehn Stunden Tests. Die Pipeline war hybrid — Runway Gen-4, wo es stark war, Kling 2.1, wo nicht — und der Schnitt fügte die besten Fragmente so, dass keine Naht den Bildschirm erreicht.
Und der Ton?
Die Musik ist ein eigener Track aus Suno — warme Dramedy, kein Corporate-Drama. Das Sounddesign entstand Szene für Szene in Schichten: Raumton, Papier, Levitation, der Wirbel, Objekte, die in Regale klicken — aus Epidemic Sound, wo die Bibliothek es hatte, generiert in ElevenLabs, wo nicht. Der Erzähler ist eine tiefe, gütige Fantasy-Stimme aus ElevenLabs. Der Kunde erhielt zwei Fassungen: mit Voice-over und ohne.
Was sagte der Kunde?
Dass es die Erwartungen übertroffen hat. Gernot veröffentlichte den Film auf LinkedIn mit voller Autorennennung, und in den Kommentaren wurde nach einem Making-of gefragt — der Produktionsprozess wurde zur eigenen Geschichte. Heute eröffnet der Film öffentliche Vorträge über arc42.